Löst Öffentlichkeitsarbeit mein Problem?

Es wird an vielen Stellen bemängelt, dass der Landwirt zuwenig Öffentlichkeitsarbeit machen würde. Wenn Verbände oder Landwirte mal über das Internet diskutieren, dann geht der Fokus ganz schnell in die Richtung Journalisten, Verbraucher und auch anderst denkende zu erreichen oder gar zu bekehren.

Löst das wirklich irgendwelche Probleme?

Vielleicht ein wenig? Weil die Seele der hart arbeitenden Bauernfamilien doch so gerne für Ihre Arbeit Anerkennung bekommen will, anstatt Vorwürfe und ideologische Verordnungen.

Was ist denn die erhoffte Anerkennung?

  • tausende Likes auf Facebook?
  • Wertschätzung von Politikern und Geschäftsleuten?
  • Mehr Zuschüsse?
  • Gerechte Erzeugerpreise?
  • …. ??

Marktpreis ist die wichtigste Anerkennung

Es ist normal, daß unterschiedliche Erwartungen da sind. Aber in einer Marktwirtschaft ist der Marktpreis die wichtigste Anerkennung meiner Leistung.

Können wir mit Öffentlichkeitsarbeit überhaupt zur marktwirtschaftlichen Anerkennung überhaupt beitragen?

JA, aber…

die oberflächlich propagierende PR-Öffentlichkeitsarbeit ist es nicht. Die halte ich für eine Alibiveranstaltung, die den Mitgliedern beweisen soll, „daß man doch was tut!“  Das Zurechtrücken, Schönreden und Schuldzuweisen ist ja eine beliebte Spielart davon.

Mittelstand und Marketing

IHK-Veranstaltungen unterscheiden sich beispielsweise von Bauernversammlungen dadurch, dass bei der IHK ständig von der Verantwortung des einzelnen Unternehmers gesprochen wird. Man kann es auch mit J.F. Kennedy sagen:

Frage nicht, was Dein Land für Dich tun kann. Sondern frage Dich was ich für mein Land tun kann?

Ein Unternehmer arbeitet ständig an seiner eigenen Marke – Und die Minimal-Marke ist er höchstpersönlich selbst.

Mit der Persönlichkeitsmarke spricht er Umfeld, Mitarbeiter, Region und Kunden an. Das ist das persönliches Netzwerk.

Schaff Dir Dein Netz

Der Leitspruch dieses Blogs kommt nicht von ungefähr. Schon die deutschen Kaiser im Mittelalter brauchten Ihr Netzwerk aus Rittern, Landes- und Kirchenfürsten um die Macht zu haben. Netzwerken ist also nicht unbedingt eine Erfindung des Internets. Aber Internet-Netzwerken ist eine neue Dimension davon.

Reichweite und Aktualität

Es ist nach wie vor so, dass die Leute das Geschäft machen. Die Vernetzung via Internet und Social Media gibt aber gerade dem unternehmerischen Landwirt die Möglichkeit trotz regionaler Bindung von Feld, Hof und Familie seine Reichweite zu erhöhen. Um Menschen mit gleicher Wellenlänge und verbindenden Interessen zu finden. In den Zeiten des fortschreitenden Strukturwandels ist dies besonders wichtig, weil es ja immer weniger Menschen in der Landwirtschaft werden und weil auch die Zeit immer knapper wird.

Netzwerken anschieben – Aufgabe für Verbände

Überall sind Landwirte in Gruppen, Gemeinschaften und auch Genossenschaften organisiert. Das ist ein bewährtes Erfolgsmodell und überhaupt nicht aus der Mode gekommen, sondern zig tausende Internet-Communities leben täglich Gemeinschaftssinn. Und deshalb könnten hier die Verbände starke Akzente setzen indem sie Social-Media und Internet-Vernetzung anschieben.

Bildungs-, Nachwuchs-, Verbandsarbeit

Tausende Gruppen und Ausschüsse von landw. Organisationen treffen sich 1 oder 2 mal im Jahr, fahren zig tausende Kilometer. Für was? Ja, weil man das halt immer so gemacht hat, also eigentlich um Rituale aufrechtzuerhalten. Internet mit Gruppenfunktionaliäten als Zusatzwerkzeug würde dem Procedere neue Impulse geben. Sprich, der Verbandsarbeit peppiger, attraktiver (für die Jungen) und auch erfolgreicher machen.

Persönlichkeiten gewinnen

Netzwerken ist strategisches Arbeiten. Je mehr persönliche Bindungen in vor- und nachgelagerte Bereiche der Landwirtschaft sich etablieren, desto mehr Chancen für den wirtschaftlichen Erfolg entstehen. Mehr positiv unternehmerische Landwirte braucht das Land. Dann ändert sich Vieles.

Jeder ist Botschafter

Beim Chorsingen gibt es den netten Spruch:

Wenn einer einen Ton nicht kann, dann singt ihn halt der Nebenmann!

Wenn aber jeder denkt, der andere macht das schon, dann geht es schief. Jeder Landwirt ist, sobald er aus dem Haus geht in irgendeiner Form in der Öffentlichkeit. Mit jedem Schritt, mit jedem Wort, mit jeder Fuhre ist er auch Botschafter für sich und sein Produkt und letztlich auch für seinen Berufsstand.

Gefragt sein – Flagge zeigen

Frag den Landwirt

Frag den Landwirt

Mit der Initiative Frag-den-Landwirt versuchen derzeit engagierte Landwirte und Landwirtinnen für die vielen (stillen) Landwirte über Internet und Facebook öffentliche Reichweite zu erlangen. Es entsteht Stück für Stück ein menschliches Netzwerk, das tatkräftig handelt und Früchte bringen wird.

In diesem Sinne

Schaff Dir Dein Netz – Fang endlich an damit! 🙂

Alois

 

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