Im Stall ist Leben

Als Zivilisationsmensch nutze ich  selbstverständlich technische Dinge. Bleibe aber dennoch ein lebendiges, fühlendes Lebewesen das nicht so einfach nach technischen oder industriellen Maßstäben und Normen funktioniert.

Genauso wie die Landwirtschaft

Wissenschaft und industrielle Fähigkeiten sind die Grundlage unseres beispiellosen Wohlstandes. Durch Forschung wurden und werden immer wieder revolutionierende Techniken erfunden, welche dann mit industriellen Methoden für jedermann verfügbar werden.

Essentielle Nahrung

Da Wohlstand mit Hunger nicht machbar ist, folgt logischerweise die Anwendung dieser industriellen und modernen Methoden auch auf die Nahrungsproduktion.

Fließbandfertigung für Schweine?

Durch Spezialisierung ist es möglich auch in der Landwirtschaft diese industriellen Methodik weitgehend umzusetzen. Die sog. moderne Landwirtschaft ist, an Produktivität gemessen, eine grandiose Erfolgsstory.

Pyrrhussieg

Doch die Erfolge scheinen für die Landwirtschaft ein Pyrrhussieg zu werden. Weil es doch fundamentale Unterschiede und herkömmlichen Industrialisierung gibt. Denn die Landwirtschaft hantiert und produziert immer mit Lebendigem:

  • Die Werkhalle Natur ist nicht abschottbar für bedenkliche Werkstoffe.
  • Das Klima ist nicht einstellbar.
  • Das Korn braucht einen ganzen Sommer bis es reif ist.
  • Ein kleines Schwein wächst erst einmal 115 Tage im Mutterleib der Sau.
  • Eine Kuh gibt erst mit 2 1/2 Jahren Milch und dazu muss sie erst auch noch erst ein Kalb in die Welt setzen.

Kuh-Kurzarbeit

Die Automobil-Industrie kann z.B. bei Überkapazitäten mit Zwischenlagern oder mit Kurzarbeit dem Preisverfall entgegen steuern. Die Schweinepreise und Milchpreise sind aber derzeit auch deshalb im freien Fall, weil durch das Rußlandembargo die Übermengen am Markt nicht abgestellt werden können.

Eine Kuh kann nicht einfach „kurzarbeiten“ und eine Zuchtsau, die die Frucht in Ihrem Leib trägt kann nicht einfach stillgelegt werden.

Industrielle Zahlenmenschen

Doch dieses interessiert die zahlenorientierten Wirtschafts- und Politiklenker wenig. Der unternehmerische Landwirt wird mit industriellen Standards und globalem Wettbewerb  zu Mehrproduktion und Kostenreduzierung gezwungen.

Sündenbock Landwirt

Große Gesellschaftsschichten akzeptieren inzwischen diese Anwendung industrieller Methoden bei der Nahrungsmittelproduktion nicht mehr. Unternehmerische Landwirte werden nun als Sündböcke ausgemacht und die Agrarwende gefordert.

Landwirtswohl

Das Tierwohl ist inzwischen gesellschaftsfähig geworden, während sich niemand Gedanken darüber macht, wie sich denn ein Landwirt als Menschen dabei fühlt? Die gesetzliche Reglementierungen werden in der gesamten Landwirtschaftlichen Produktion immer höher und gleichzeitig steigt aber auch dadurch nochmals der Kostenruck und das Investitionsrisiko.

Bürokratie fördert Großbetriebe

Offiziell wollen doch die Kritiker und Agrarwender industrielle Betriebe vermeiden und bäuerliche Landwirtschaft fördern. Doch Vorschriften, Dokumentation und Kontrollen sind Werkzeuge der industriellen Fertigung und erreichen geradewegs das Gegenteil. Mehrkosten, kompensierbar durch höhere Einheiten.

Der Landwirt als Mensch

Am Landwirt als Mensch führt bei der Lösung der Probleme kein Weg vorbei. Der Landwirt und seine Familie macht immer schon jeden Tag den Spagat zwischen der ökonomischen Produktivität und der Bewahrung der natürlichen Nachhaltigkeit. Bäuerlichkeit ist eine uralte Geisteshaltung. Sie kultiviert und nutzt das Land mit Ertrag und bewahrt gleichzeitig die natürlichen Grundlagen, weil der Bauer ja sein Land an seine Nachkommen weitervererbt.

Landwirt mit Verantwortung


Niemand kann den technischen Fortschritt aufhalten oder den Strukturwandel, weil eh nur noch jeder sechste Hof mehr einen Hofnachfolger hat. Aber gerade deshalb kommt auf die verbleibenden Landwirte sehr viel persönliche Verantwortung zu. Diese anzunehmen und sich nicht hinter einen Verband zu verstecken, ist notwendig um Vertrauen aufzubauen, zu halten und sogar noch zu intensivieren.

Landwirt mit Vernetzung

Überall, wo solche authentischen Landwirts-Persönlichkeiten mit ihrem Umfeld aktiv vernetzt sind, da bekommt Landwirtschaft „ein Gesicht“.  Das ist enorm gewichtig, auch jenseits der fachlichen Meinungen. Z.B. auch bei Stallbaugenehmigungen oder sonstigen kommunikativen Prozeßen mit der Gesellschaft. Es ist nach wie vor so, dass „die Leut das Geschäft machen“, und die fachliche Meinung und Argumentation erst in zweiter Linie ziehen.

Schaff Dir Dein Netz

Mit diesem Motto bin ich nun als NetzLandwirt-Blogger fast ein ganzes Jahr unterwegs. Ich habe in diesem Jahr 59 Beiträge veröffentlicht und damit viel mehr Menschen erreicht, wie ich mir erhofft hatte. Landwirtschaft ist ein riesen Thema unserer Wohlstandsgesellschaft.

Kathrin Seeger, die ich mit meiner Bloggerei kennen lernen durfte (inzwischen auch persönlich) sagte vor Kurzem in einem Workshop, „daß die Gemeinschaft der Internet-Gruppen einem sehr viel Sicherheit geben um auch für die Landwirtschaft in der Öffentlichkeit hinzustehen!“

Das Netz gibt Sicherheit

Und weiß aus meiner berufenlichen Erfahrung, wie essentiell wichtig Vernetzung ist. Darum mache ich es mir mit diesem Blog zur Aufgabe, Landwirte und ihre Unternehmen und Verbände zu unterstützen. Damit wir Landwirte, wir „Volksernährer“, unserer authentische und verantwortungsbewusste Rolle auch wahrnehmen.

Das Netz ist voller Ideen und Chancen

Kathrin Seeger, Nadine Henke und Marcus Holtkötter haben mit der Initiative Frag-den-Landwirt ja ein tolles Flaggschiff für authentische Landwirte auf die Beine gestellt. Aber das eigentlich revolutionäre ist, dass in der internen Gruppe (nicht sichtbar) die Themen, Ansichten und Vorstellungen dazu erst mal intern diskutiert und „gebrieft“ werden. Bitte erzählt das niemals dem Bauernverband! Weil, wenn der sich so eine geniale Verbandsarbeit aneignen würde, wäre der nicht zu schlagen?

LAIKO

Ja, und meine Brötchen verdiene ich mit meiner Firma: Die LAIKO = Land-in-Kommunikation. Das ist für mich nicht nur einen Job, sondern ich lebe auch dort meine Überzeugung zur Landwirtschaft, die in unseren Produkten, den Apps und den Dienstleistungen drumherum Ausdruck finden.

Danke

Ich bedanke mich bei ALLEN meinen Lesern. Besonder bei denen, die mir auch Rückmeldungen gaben. Es kommt nicht darauf an, ob ich Recht habe oder nicht. Ich will inspirieren und motivieren.

Es ist einach gut, dass wir mal darüber gesprochen haben.

In einem Stall kam Jesus zur Welt

Auch wenn die Veganer und Kritiker da draußen toben. Aber Jesus kam in einem Stall zur Welt. Nehmt es als gute und segensreiche Metapher mit in eure Ställe. Das Heil der Welt kam aus einem Stall, weil alle Völker der Welt schon immer wussten, „im Stall ist Leben“ (und keine Industrieproduktion)

Und so wünsche ich allen meinen Lesern und Kunden eine Frohe Weihnacht 2014. Ich wünsche Euch für 2015 viel Kommunikation, viel Interessantens, inspirierende Begegnungen, aber auch mal Widerspruch und Gegenwind, denn damit werden wir alle stark!

Alois

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