Die Wahrheit ist unglaublich

Wahrheit ist die Welt so zu sehen, wie sie ist.

Im Bezug auf die Landwirtschaft, die bäuerlichen Menschen und deren Kultur ist der sog. Strukturwandel eine Wahrheit. Es ist marktwirtschaft anerkannt, dass die landw. Betriebe aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und des technischen Fortschritts wachsen müssen.

Und die bäuerlichen Menschen, wachsen diese mit?

Die immer weniger werdenden und produktiver arbeitenden Landwirte, wachsen diese mit? Wenn ja, wie sieht das aus?

  • Bessere Bildung?
  • Mehr Verantwortung?
  • Mehr Einkommen?
  • Mehr Umsatz?
  • Mehr Unternehmerpersönlichkeiten?
  • Größere öffentliche Anerkennung
  • Mehr gesellschaftlichen und politischen Einfluß?

Wer Augen hat der sehe!

Technik und Organisation sind an sich seine Helfer*, aber die fortschreitende Technisierung zerstört auch seine Lebenswelt.

* [Bosl sprach vom Landman des ausgehenden 20. Jahrhunderts]

Dieses Zitat stammt aus dem Jahr 1988 vom Historiker Dr. Karl Bosl anläßlich seiner Festrede zum 40-jährigen Jubiläum des Bayerischen Bauernverbandes.

Wahrheit, die keiner so recht wahr haben will.

Für den einzelnen Bauer ist das weniger ein Problem als für Verbände und Organisationen. Während die Personen sich einfach praktisch umorientieren und z.B. andere Berufe ergreifen oder sich weiterbilden, verharren Berufsverbände und Organisationen im Umfeld der Landwirtschaft im traditionellen Selbstbild.

Vielfach feiern „die Alten“ sich als Hüter der Tradition und schimpfen auf die Jungen, die sie eh nicht mehr verstehen.

Willkommen im Medienwandel

Inzwischen fusionieren ja schon Ortsverbände weil zu den traditionellen Bauernversammlungen oft nicht einmal mehr ein Schafkopf zusammengeht. Aber Social Networking ist in diesen traditionsbewussten Strukturen unbekannt. Man will es auch nicht kennen lernen.

Sowas braucht man nicht. Das hat man ja früher auch nicht gebraucht.

Gemeinschaften brauchen bindende Kräfte, ja ein gemeinschaftliches Feuer. Aber statt dem Feuer neue Nahrung zu geben, indem man offensiv den Medienwandel nutzt, sitzen die traditionsbewussten Anführer lieber um das Lagerfeuer und erzählen sich gegensweitig die alten Geschichten. Irgendwann sitzen sie dann vor der kalten Asche und werden sagen, sie hätten verdammt gut auf das Feuer aufgepasst!

Vielleicht bin ich jetzt der Böse, weil ich eine Wahrheit ausgesprochen habe. Vielleicht verlassen nun einige Bauernführer meine Mailingliste und mein Blog wird auf die rote Liste gesetzt.

Ist mir wurscht, denn die Revolution ist schon im Gange.

Wer doch die Wahrheit sehen will, der lese nun den aktuellen Artikel Medienwandel: Warum die eigentliche Revolution erst noch bevorsteht von der Huffingtonpost.

Und man kann auch jederzeit diesen Medienwandel nutzen. Sogar in der Landwirtschaft. Wenn man will 😉

In dem Sinne Schaff Dir Dein Netz

Alois

[gpinpost]

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2 Kommentare, sei der nächste!

  1. So ganz teile ich den Artikel in der Huffington Post nicht. Sicherlich wird das Internet mobiler, aber es besteht ein großer Unterschied zwischen erster und laufender Information. Ich abonniere, like oder folge keinem nach einer ersten treffenden Info. Was mir interessant genug scheint, recherchiere ich erst im Netz. Wenn der erste Eindruck okay ist, lade ich Apps, abonniere Newsletter oder verbinde mich in sozialen Netzwerken.

    Grüße aus Braunschweig Joachim Kalberlah

    1. das total veränderte Nutzerverhalten der unter 30-jährigen ist die Treibkraft für die Revolution. Sie lesen fast keine Papierzeitungen mehr. Sie lesen auch im Internet nicht viel, sondern tendieren zu visuellen Inhalten. Eine Weile glaubte man, dass diese Jungen ihre Nutzerverhalten beim älter werden ändern werden. Das ist aber nicht der Fall.

      Auch bei den jungen Landwirten setzt sich dieser Trend fort. Sobald diese „mobilen Junglandwirte“ die Betriebe übernehmen, also auch die Investitionen der Betriebe entscheiden, entsteht für die vor- und nachgelagerten Bereiche und auch für die Verbände ein Zugzwang.

      Der Medienwandel ist nicht mehr aufzuhalten, auch in der Landwirtschaft!

      Herzliche Grüße aus dem Allgäu

      AW

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