Der versagte Gewinn

Service außer Betrieb

20,5 Mrd € geben die Landwirte jährlich für Mischfutter aus.

Und wieviel davon wird online gehandelt?

Praktisch fast nichts. Warum nicht?

Glaubt man dem Handel, dann bestellen die Landwirte nicht online. Oder die Landwirte hätten kein Internet. Oder….

Wer’s glaubt wird selig.

Aktuelle Studien beleuchten aber genau das Gegenteil. Wie z.B. HIER Agrarmarktforschung vom 31.07.2014

  • 87% der Landwirte haben Internet
  • 57 % der Landwirte benutzen es täglich
  • Mobile Anwendungen sind auf dem Vormarsch
  • Preisrecherchen und Wetterberichte sind am beliebtesten

Aha, da suchen die Landwirte also wieder mal den praktischen Nutzen!

Rückwärtsgerichtete Preisrecherchen sind ja für Statistiker ganz nett. Aber einen wirklichen Nutzen kann man daraus nicht ziehen, solange es nicht Aktionsmöglichkeiten dazu gibt, wie Onlinebestellungen oder Online-Kontraktvergabe.

Und genau hier liegt das Problem der Agrar-Online-Service-Wüste.

Wirkliche Transparenz ist unerwünscht

Der Handel verweist sehr gern auf die dringend notwendige Beratungsdienstleistung. Das mag auf Spezialartikel zutreffen, aber z.B. Mischfutter oder auch industrielle Düngemittel sind im Prinzip für einen ausgebildeten Landwirt nichterklärungsbedürftige Produkte von der Stange. Und das macht sie vergleichbar.

Das fürchtet der klassische Agrarhandel aber wie der Teufel das Weihwasser. Deshalb setzt er auf reisende Vertreter, die dem Landwirt höchstpersönlich die kompliziertesten Warenterminbörsenschwankungen von Chicago bis Timbuktu wortgewaltig erklären, bzw. ihm so klar machen, dass er einfach allein zu doof ist das zu kapieren.

Jeder Besuch kostet mehr als nur Zeit

Sondern mit den weiten Vertreter-Fahrten über Land zahlt der Landwirt 200 € pro Besuch und mehr, auch weil er die Fahrt vom Nachbar mitzahlen darf, der diesmal nichts gekauft hat. Die Kosten müssen ja kalkuliert werden.

Die Kosten von umständlichen Preisrecherchen sind auch für jeden Landwirt erheblich.

Mich erinnert das immer an die fahrenden Teppichhändler aus den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, als ich noch ein Kind war.

Warum ändert sich da im Landhandel nichts? Wo doch an den Warenterminbörsen wirklich jeden Tag Millionen online umgesetzt werden.

Unbekümmertheit

Oder Bequemlichkeit und dazu Gutgläubigkeit? Denn das ist auch Realität bei vielen Landwirten. Sie sind gar nicht in der Lage vorausschauend Betriebsmittel zu ordern, sondern nehmen dankbar an, wenn sie von den fahrenden oder telefonierenden Vertrieblern „zufällig“ angegangen werden, bevor halt das Silo leer ist.

Dem Vertriebler flüstert übrigens seine Online-Warenwirtschaft wann der Landwirt wieder was braucht.

Jeder Landwirt und Unternehmer weiß, Frühbezug lohnt sich. Aber er hat ja im Normalfall keine Zeit, drum bezahlt er halt ein bisschen mehr. So einfach ist das. Und für ein (Verkaufs)Schwätzchen ist immer Zeit, oder?

Aber längst nicht mehr bei jedem. Viele Landwirte und auch einige reisende Vertriebsmitarbeiter (vor allem jüngere) stinkt das ebenfalls gewaltig. Deren Zeit ist nämlich ebenfalls kostbar, weil die Chefs auch dort den Verkaufsdruck erhöhen, ergo mehr Kunden in weniger Zeit wollen.

Es rumort also. Und das ist gut so.

Kreative Ansätze und Ideen sind gar nicht so schwer

  • Online-Bonus, (Vorteil) wenn Rundschreiben per Mail akzeptiert und gelesen werden, weil dadurch auch den Organisationen ein deutlicher und auch finanzieller Vorteil entsteht.
  • Online-Bonus, (Vorteil) wenn Anfragen oder Dialoge konsequent per Web machbar sind, anstatt personalaufwendige Schreiben und Telefonate.
  • Schnelle und verlässliche Reaktionszeiten (Sicherheit).
  • Verlässliche Transparenz (Sicherheit) bei der Abwicklung von Bestellungen
  • Preistransparenz (Sicherheit und Vorteil) durch tägliche, vertrauensvolle Informationen

Landwirte haben hier einen sehr ausgeprägten und sensiblen Gerechtigkeitssinn. Sie fragen sich, warum soll ich Eingaben online machen, wenn ich nichts davon habe? Eine zutiefst menschliche Haltung, nicht nur bei Landwirten. Z.B. Wenn der Verband durch Einsparung beim günstigen Versand von Online-Mitteilungen Geld spart, erwarten sie, dass ihr vorbildliches Verhalten belohnt wird.

Als NetzLandwirt darf man deshalb auch mal seinen Anteil am Online-Gewinn fordern.

Meldet Euren Anspruch an!

Denn schließlich helfen NetzLandwirte mit der Online-Kommunikation dem Handel und den Verbänden auch ein gutes Stück produktiver zu werden. Davon will auch jeder seinen Teil und nicht die Reise-, Telefon- und Schwatzkosten der anderen ständig mitbezahlen.

In dem Sinne Schaff Dir Dein Netz

Alois

[gpinpost]

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