Alle haben dasselbe Problem.

In der Agrarbranche

höre ich sooft die Klagen des Handels und der Verarbeiter. Bei einem große Allgäuer Milchwerk sagte man mir vor ein paar Tagen:

Wir bräuchten nur die Schalter umlegen, dann könnte jeder Milcherzeuger seine Belege und Auskünfte online abrufen.

Aber sie machen es nicht, weil ein Milchwerk des gemeinsamen Konzerns es schon probierte und dann nur 10% der Landwirte das System nutzten. Ein Deasaster! Viel Geld in den Sand gesetzt, denn Online-System kosten erstmal Geld.

Soweit sogut, aber warum macht man denn überall Online-Systeme?

Warum gibt es Online-Banking?

Der einfache Grund liegt in der Absicht Effektivität (des Unternehmens) zu gewinnen und Kosten (des Unternehmens) zu senken.

Nun, warum tut denn der Bankkunde auf einmal selbst seine Überweisung in den PC reinklopfen? Es ist eigentlich Mühe für Ihn, oder?

Ja, es ist sehr wohl Mühe für den Kunden. Und noch Risiko dazu, wie wir ja aus vielen Pressemeldungen wissen, gibt es Betrüger die das Online-Banking schamlos ausnutzen. Aber trotzdem ist der Boom dorthin ungebrochen.

Warum hat Online-Banking Erfolg?

Weil die Banken konsequent sind. Weil sie den Kunden lenken, mit eindeutigen Angeboten. Sie beteiligen ihn an der Kostenersparnis! Jede Online-Überweisung ist kostenlos oder wesentlich billiger als der Papiertiger.

Das ist doch sehr logisch.

In der Agrar-Branche hat sich diese Erkenntnis noch nicht durchgesetzt. Der Online-Bereich für den besagten Milcherzeuger enthält wohl nichts, wo der Online-User direkt ein Zuckerl davon hätte. Ausser, dass er vielleicht eine Mitteilung früher lesen kann, oder seine Milchgeldabrechnung eher lesen kann, bevor sie in 2 Tagen dann doch wieder wie gewohnt per Post eintrudelt.

Und selbst wenn der Brief gespart wird, bekommt er nicht einmal die durch sein Zutun gesparten 60 Cent Porto.

Aber dem Landwirt wird vorgeworfen ein Online-Verweigerer zu sein. Das hat er nicht verdient. 89% aller landw. Haushalte haben Internet. Und sie benutzen Internet täglich. Z.B. für Wetterberichte, täglich 32% und jeden zweiten Tag sogar 66%.

Wenn es sich lohnt, also richtig auch monetär, werden die Landwirte Online-Angebote nutzen.

 

Alois

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4 Kommentare, sei der nächste!

  1. Insbesonders die Hofnachfolger und mitteljungen Landwirte sind dem Thema Online aufgeschlossen – nur wie ganz richtig gesagt – der Landwirt muss auch Kosten sparen und nur weil man Futtermittel per App bestellen kann tue ich das nur, wenn die eingesparten Kosten durch den Vertreter an mich als LW weitergereicht werden. Das Problem ist ein Problem der Industrie, nicht eins der LW.

    Warum nutzen alle LW Pflugmaschinen und keinen Pflug mit Ochse? Weils mehr bringt.

    Gruß und weiter so!

    1. Hallo,
      impulsiv fällt mir dazu ein, zugegeben, alter Kalauer ein.

      Warum spannt der Weihnachtsmann Rentiere vor seinen Schlitten?
      Antwort: Weil es sich „rentiert“.

      OK, Spass muss sein. Aber bei jedem muss es sich rentieren. Auch beim Landwirt.

      Alois

  2. Das Online-Banking ist ein guter Vergleich und genau die Richtung, in die wir in unserer Branche gehen müssen. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: nur wenn man den monetären Nutzen konkret vorrechnet und sichtbar macht, entsteht beim Online-LW dieser berühmte AHA-Effekt. Da zählen selbst solche prinzipiell wichtigen Argumente wie Zeitersparnis, ständige Verfügbarkeit etc. kaum etwas. Der LW braucht einfach ein echtes Erfolgserlebnis und das scheitert immer noch daran, dass er den Eindruck hat, das ganze Online-System ist nicht überschaubar, er findet nicht die richtigen Schalter, fühlt sich beobachtet und will sich nicht outen. Bis zum tatsächlichen Erfolgserlebnis ist anscheinend der Weg immer noch zu lange und mit vielen Hürden versehen.
    Trotzdem – wir kommen alle nicht daran vorbei, wenn wir in unserer schnellen Informationsgesellschaft bestehen wollen, es gibt keine Alternative!

    Gruß aus Hofheim

    1. Hallo Herr Häusinger,
      Sie sehen das genau richtig. Das persönliche Erfolgserlebnis braucht jeder. Das ist auf jedenfall der bessere Weg als die andere Alternative: Der Zwang. So wie jeder Bauer mittlerweile den Mehrfachantrag online machen muss. Wenn er nicht kann, dann muss er jemanden haben oder anheuern, der ihm dabei hilft. Aber Zwang bringt Widerstände, Erfolgserlebnisse motivieren.

      Herzliche Grüße aus dem Allgäu
      Alois

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