Erzählen statt behaupten

Das Schwein ist da!

Wem hörst Du lieber zu?

  • Einem, der Dich belehrt, der fordert oder etwas behauptet?

oder

  • Einem, der Dir etwas erzählt, der Dich mitnimmt und berührt?

Wir mögen alle nicht gerne belehrt werden, auch nicht der Otto-Normalverbraucher, der wohl großteils den Bezug zur Landwirtschaft verloren hat.

Was kann ich dafür tun um wieder etwas Bezug zu Otto-dem-Normalen herzustellen?

Teilhaben lassen am spannenden Alltag

Das ist zwar unspektakulärer als lautes PR-Getrommel, es wirkt aber besser und langfristiger.

Sicher gibt es hier jetzt Leser, die genau anderer Meinung sind. Das ist OK. Ich bin jedoch der Meinung, dass jeder Landwirt (und natürlich auch die Bäuerin) jeden Tag ein Botschafter der Landwirtschaft ist. In der realen Welt auf den Dorfern und Feldern ist soviel nicht perfekt. Und trotzdem wirkt die Nähe der Bauern zu nichtlandwirtschaftlichen Dorfbewohner und Nachbarn verbindend.

Nähe

Die Onlinewelt ist wie dafür gemacht viele Menschen außerhalb der Dörfer zu erreichen. Um menschliche Nähe herzustellen bis hinein in die Städte. Solche Nähe überwindet das Grundproblem

Online-Erzählen

Die Onlinewelt hat viele Werkzeuge dafür parat.

  • Soziale Medien, Facebook, Twitter
  • Online-Portale und Communities
  • Homepage und Blog
  • Youtube und iTunes

OK, spätestens jetzt schrillen bei vielen Landwirten die Alarmglocken mit den Blitzgedanken:

  • kann ich nicht…
  • habe keine Zeit…
  • soll doch der Bauernverband machen, für was zahl ich denn Beiträge…

Schon ein bisschen feige….

Oder ist es die Unsicherheit, das Unbekannte, das was-der-Bauern-nicht-kennt-Syndrom, das hier bremst?

Wer es noch nie ausprobiert hat, weiss auch gar nicht, was er da ablehnt.

Ergo: Probieren, geht über studieren.

  • Was kann denn schlimmstenfalls passieren? Du kriegst bei Facebook kein Like (Daumen hoch)
  • Und wenn doch, dann freut es Dich 😉
  • Wieviel Aufwand ist es? Mit Smartphone geht’s nebenbei. Im Stall, auf dem Feld, im Traktor.

Ich finde es sehr erfreulich, dass immer mehr sich aufmachen und erzählen.

Fünf ausgewählte Beispiele:

Was mir an diesen Seiten sehr gefällt, ist die persönliche authentische Art, die teilhaben lässt.

Es mag ja zwar nicht unbedingt direkt gleich Mehrertrag für den Einzelnen bringen. Aber alle sind sie tolle Botschafter der Landwirtschaft.

Tipps für Verantwortliche und Multiplikatoren:

  1. Online-Erzählen ist ein lohnendes Thema für Vorträge, Versammlungen, Weiterbildung.
  2. Mitgliederbereiche: Geschichten erzählen ist auch die beste Art in Mitgliederbereichen für Leben zu sorgen. Die Leute interessiert es, was auf dem letzten Ausflug oder Ehemaligenball passiert ist. Vielleicht sogar mehr, als Aktuelles aus der Agrarpolitik.

In diesem Sinne: Schaff Dir Dein Netz!

Alois

PS: Ich mache es übrigens selbst auch, was ichEuch da anpreise.

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Grarantiert werbefrei und kostenlos! Ich passe auf Deine EMail auf, als ob es meine Eigene wäre.

 

6 Kommentare, sei der nächste!

    1. Hallo Thomas,
      das stimmt. Mitmachen ist der Schlüssel.
      Es werden ja immer mehr.
      Aber es fehlt wohl den Meisten die direkte Belohnung.
      Vielleicht honorieren ja in Zukunft die Abnehmer, vielleicht Molkereien etc. solche Web-Aktivitäten Ihrer Landwirte?

      Du könntest ja den Stallbesuch-Award verleihen…

      Alois

      1. Gute Idee, Alois,

        das kommt gleich mal auf die to-do Liste!

        Und es werden tatsächlich immer mehr. In den letzten 14 Tagen haben sich allein aus dem Allgäu drei Milchviehhalter gemeldet, die ihre Ställe zeigen wollen. Gestern rief einer aus dem Emsland an, der einen großen Stall für 220 Kühe gebaut hat und für die Zukunft noch größere Pläne hat. Dazu stehen drei Schweinehalter im Terminplan – es tut sich was.

        Viele Grüße!
        Thomas

  1. Hallo Alois,

    recht hasst Du in Deinem Beitrag! Am letzten Sonntag hab ich einige Bekannte und ehmemalige Schulkameraden aus der Hauptschule mit Frauen auf unseren Betrieb eingeladen und unseren neuen Milchviehstall vorgestellt. Ich hab denen erklärt warum wir die Hörner der Tiere entfernen, warum wir in die Mischung Grassilo, Maissilo, Raps, Getreide, Mineralfutter kommt. Weiter erklärte ich warum in die Roboteranlage Mischfutter indem Soja enthalten ist kommt. Ich erklärte warum so viel Luft, Platz und Licht im Stall ist und ich erklärte ob sie das glatte Fell der Tiere sehen und ob sie beobachten wie ruhig es in unserer Herde ist. Die Kühe können fressen, liegen, melken und laufen wann immer sie wollen. Die Kühe teilen sich ihren Tagesablauf selber ein. Wenn es den Kühen gut geht, sind sie in der Lage Milch zu geben und trächtig zu werden und nur dann geht es auch mir seelisch und finanziell gut.
    Es wurde beredet warum der Betrieb mehr als 100ha und mehr als 100 Kühe zum überleben benötigt.
    Nachdem Rundgang waren alle wirklich überzeugt und waren positiv erstaunt mit was ein Landwirt in der modernen Landwirtschaft alles zu tun hat und wie er Lösungen suchen muss.

    Solche Aktionen habe ich dieses Jahr schon einige hinter mir und werde es weiterhin betreiben. Ich werde beispielsweise auch den Ortschaftsrat und den Gemeinderat einladen, denn das sind Repräsentanten der Gemeinde und werden mit Sicherheit immer wieder mit „ANsichten“ von ganz normalen Verbrauchern konfrontiert.
    Ich sehe es ganz genau so wie Du es beschrieben hast, wir müssen auf die Bevölkerung zugehen und alles zeigen – erklären, verheimlichen bringt nur negativ!!

    Freundliche Grüße
    Dieter

    1. Hallo Dieter,
      danke für Deine Schilderungen.
      Im Prinzip interessiert ja auch viele, was denn die Landwirte da so treiben. Nur machen sie sich halt nicht auf und besuchen gleich einen Landwirt oder fragen nach.

      Solche neugierigen Verbraucher registrieren aber dann sehr oft die negativen Schlagzeilen in den Medien. Und irgendwann sind sie nicht mehr neugierig, sondern kritisch. Dann ist es schon fast zuspät und sehr schwierig wieder Zugang zu den Menschen zu finden.

      Darum wäre es ja so wünschenswert, wenn sehr viele Berufskollegen sich auch über das Netz öffnen würden und Flagge zeigen würden.
      Ich bin auch überzeugt, dass viele Landwirte aktiv werden, wenn man sie bei der Hand nimmt und sie begleitet.

      Grüße aus dem Allgäu
      Alois

    2. Hallo Dieter!

      Genau darum geht’s: Laien die Zusammenhänge zu erklären und zu zeigen, wie ein guter Stall aussieht. Die ruhige Herde kann auch der Städter gleich erkennen. Und wenn er dann erfährt, was nötig ist um diese Ruhe im Stall zu bekommen, hat er schon viel gelernt.

      Viele Grüße!
      Thomas

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